Urk

Früher war Urk eine Insel in der Almere, einem See, der sich im 13. Jahrhundert mit dem Zuiderzee verband. Im Jahr 1939 wurde ein Deich vom Festland zur Insel gebaut und beendete dadurch deren Inselstatus. Urk war und ist nach wie vor ein Dorf, das von der Fischerei lebt. Die Fische werden nicht nur lokal vermarktet, sondern auch exportiert. Da der Fischpreis stetig steigt, ist Urk eine recht wohlhabende Stadt. Auf die Gefahren der Fischerei weist die Statue Urker Vrouw nah beim Leuchtturm am IJsselmeer hin, die eine Frau darstellt, die auf das Meer hinausschaut und vergeblich ihre Lieben zurückerwartet.




Neben der Fischerei spielt auch die Religion und generell die Erhaltung von Traditionen eine bedeutende Rolle für die etwa 17.500 Einwohner. Die Ortschaft gilt als eine der konservativsten des Landes. So wird beispielsweise der außergewöhnliche Dialekt des Ortes nach wie vor aktiv gesprochen und gepflegt. Dieser entwickelte sich durch die abgeschiedene Lage der ehemaligen Insel. Da die Bewohner früher sehr arm waren, wurden die Mädchen oftmals nach Amsterdam geschickt, um dort vor allem für jüdische Familien zu arbeiten. Bei ihrer Rückkehr nach Urk brachten die Mädchen dann gewisse jüdische Ausdrücke mit, die in ihren Heimatdialekt übernommen wurden.

Urk hat einige Schriftsteller beheimatet und inspiriert sowie verschiedene Sagen und Märchen hervorgebracht. Eines der bekanntesten ist die Sage vom Ommelebommelestien. Dies ist ein Stein im Ijsselmeer, wo der Legende nach die Babys der urkschen Bevölkerung geboren werden. Kurz vor der Geburt muss der Vater des Kindes zunächst nach Schokland rudern, um den Schlüssel für den Stein zu erhalten, und anschließend zum Ommelebommelestien, um das Kind zu holen.

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